Man muss den Rapid-Fans dankbar sein, dass sie wieder einmal auf organisierten Support ihres Teams verzichteten. So waren die meisten Pfiffe von Schiedsrichter Thomas Einwaller für alle rund 29.400 am Samstag-Abend im Ernst-Happel-Stadion Anwesenden gut zu hören und verhinderten, dass man während dem 300. Wiener Derby einmal kurz einschlief. Vielen TV-Zusehern ist dies wohl passiert. Wen wunderts? Ein fußballerischer Leckerbissen war das diesmalige Duell zwischen Rapid und Austria wahrlich nicht. Der demensprechende Endstand: 0:0.
Sehr schwache erste Halbzeit…
Die größte Überraschung bei den Aufstellungen ist, dass Ivo Vastic auf Überraschungen verzichtet. Er setzt auf die gegen Ried nach der Pause spielende Elf, sprich mit Tomás Jun statt Stankovic. Florian Klein, beim Frühjahrsauftakt noch gesperrt, muss auf der Ersatzbank Platz nehmen. Rapid startet besser und ist vor allem durch diverse Tricks bei Eckbällen sehr gefährlich, Zählbares sieht für die Grün-Weißen aber nicht heraus, die größte Möglichkeit klärt Prager souverän mit einem Schuss von der Strafraumgrenze auf die Tribünen des Happel-Stadions. Wir würden gerne weitere Chancen erwähnen, tun uns dabei allerdings schwer, weil es sie schlichtweg nicht gibt. Leider. Einzig kurz vor der Pause, als Burgstaller wenige Meter vor dem Tor den Ball nicht trifft und im Stile eines violetten Verteidigers bereinigt sowie eine missglückte Dilaver-Flanke gefährlich Richtung Rapid-Tor zieht, entstehen so etwas wie Chancen, doch beide Male müssen die jungen Schlussmänner Lindner bzw. Königshofer nicht eingreifen.
…und etwas bessere zweite Hälfte
Und sonst? Viele technische Fehler, viele Fehlpässe, dadurch viele unnötige Ballverluste, hüben wie drüben. Ein Kulturschock für all jene Fußballinteressierte, die unter der Woche Champions League schauten. Vastic probiert dies zu ändern und bringt zur Halbzeit Florian Klein für den sehr schwachen Gorgon. Sehenswert ist das Spiel auch nach der Pause nicht wirklich, immerhin Chancen gibt es doch noch. Nach einem guten Kopfball von Trimmel, den Lindner ebenso gut parieren kann, kann auf der Gegenseite Prager nach gutem Stanglpass von Klein in letzter Sekunde vor Jun klären. Beide Teams finden ungefähr gleich viele Chancen vor, wobei dies nicht viele sind. Innerhalb weniger Minuten kommt Violett zwei Mal gefährlich vor der Rapid-Tor. Zuerst bleibt nach einem Zweikampf zwischen Schimpelsberger und Leovac ein Elfmeterpfiff, welcher durchaus vertretbar gewesen wäre, aus, wenig später wird Suttner gut vom eingewechselten Simkovic eingesetzt, der Stanglpass landet jedoch nicht am Fuß Tadic‘, der in der Mitte lauert, sondern über dem Tor. Wenige Minuten vor Schluss köpfelt der Rapidler Trimmel zudem an die Latte und vergibt somit den großen Matchball.
Alle Zuseher haben dies nicht mehr mitbekommen, einige gingen bereits vorzeitig aus dem Happel-Oval, um dem erschreckend schwachen Spiel zu entkommen. Ein Spiel, welches selbst für österreichische Verhältnisse schwach war und definitiv nicht als Fußball-Krimi in die Derby-Geschichtsbücher eingehen wird. Eine Erwähnung wird es in diesen wohl trotzdem finden (müssen), war es schließlich ein Jubiläum, nämlich das 300. Aufeinandertreffen der beiden Erzrivalen, die beide sehr tief standen und enttäuschten.
Rapid konnte mit diesem Remis – man glaubt es kaum – die Tabellenführung ausbauen, die Austria rückte auf den zweiten Tabellenrang vor. Nächste Woche (Samstag, 18:30 Uhr) gastiert in der Generali-Arena der KSV 1919.
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SK RAPID WIEN 0:0 FK AUSTRIA WIENErnst-Happel-Stadion, 29.400 Zuseher – SR Einwaller.
TORE:
Leider nein.
GELBE KARTEN:
Schimpelsberger, Burgstaller bzw. Dilaver, Ortlechner, Simkovic, Klein.
FK AUSTRIA WIEN:
LIndner – Dilaver, Margreitter, Ortlechner, Suttner – Holland, Liendl (71. Simkovic) – Gorgon (46. Klein), Jun, Leovac – Kienast (62. Tadic).
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