Ivica Vastic und Karl Daxbacher unterscheidet vieles. Sehr vieles sogar. Zum Beispiel, dass der 42-Jährige bezüglich seiner Startelf deutlich schwieriger auszurechnen ist als sein 58-jähriger Vorgänger. Woran das liegen mag, sei dahin gestellt. Möglicherweise auch an den Aussagen der beiden Trainer vor dem Spiel.
Ivo und sein Pokerface
Während Daxbacher das ein oder andere Mal schon vorab seine Aufstellung oder zumindest Teile davon verraten hat und auch nicht als Erfinder des Rotierens in die Geschichtsbücher eingehen wird, ist sein Nachfolger so ziemlich das Gegenteil davon. Bereits bei den Austria Amateuren zeigte “Ivo”, dass man bei ihm immer mit Überraschungen rechnen muss und er selten die selbe Startelf wie in der Woche zuvor ran lässt. Auch, oder gerade eben, im Derby. Wie auch schon vergangene Woche im Vorfeld des Auftakts gegen die SV Ried, setzt sich der gebürtige Kroate ein Pokerface auf und gibt bei der traditionellen Pressekonferenz am Vortag eines Spiels absolut nichts über seine Startelf Preis. Im Kopf hat er sie wohl schon, auch, wenn er öffentlich mit einem frechen Lächeln auf den Lippen meinte, dass er noch das Abschlusstraining abwarten möchte und dann entscheidet. Publik wird sie aber erneut erst rund eine Stunde vor Anpfiff, welcher von Referee Einwaller um 18:30 erfolgen soll, was die Sache für Vastic’ Gegenüber, Peter Schöttel, nicht unbedingt erleichtert.
Viele Fragen, viele Möglichkeiten
Die Austria ist unberechenbarer als unter Daxbacher, vor allem jetzt, zu Beginn der Ära Vastic. Einerseits, was das Spiel anbelangt, aber vor allem die Aufstellung ist unklar und lässt Rapids Cheftrainer im Dunklen tappen. Darf Emir Dilaver nach einer guten Leistung gegen Ried wieder als Rechtverteidiger ran? Kehrt Florian Klein nach seiner Sperre prompt in die Startelf zurück? Falls ja, auf welcher Position spielt er? Wer läuft in der Zentrale neben James Holland auf? Wer bearbeitet vor Suttner die linke Außenbahn? Wer stürmt neben Roman Kienast? Dürfen die Ried-Startelf-Überraschungen Liendl, Stankovic und Leovac wieder ran? Fragen über Fragen, Möglichkeiten über Möglichkeiten für Vastic und Co-Trainer Manfred Schmid, der Schöttel in den letzten Jahren in Wiener Neustadt assistierte und diese Erfahrungen auch in die diesmalige Gegner-Vorbereitung einfliesen lassen konnte. Bei besagter Vorbereitung ist das Trainerteam der Wiener Austria, bei welcher nur der Langzeitverletzte P. Grünwald fehlt, auch draufgekommen, dass Rapid aus dem Vollen schöpfen kann. Die zuletzt angeschlagenen Trimmel und Prager sind wieder fit.
Wie wird das System Rapids also aussehen? Wie üblich wird viel über die Flügelspieler Drazan/Trimmel laufen, in der Zentrale soll Steffen Hofmann hinter Solo-Spitze Burgstaller die Fäden ziehen und mit seinen Standards wie in der Vorwoche in Wiener Neustadt (0:0) für Gefahr sorgen. Neben Trimmel wird höchstwahrscheinlich auch der zweite wieder Genesene, Thomas Prager, in der Startelf stehen. Er soll neben Heikkinen die Schnittstelle zwischen Offensive und Defensive sein. Ähnlich wie beim bis dato letzten Derby im Ernst-Happel-Stadion, jenem 3:0-Erfolg der Veilchen im vergangenen August, welcher vielen Austrianern wohl noch lange in Erinnerung bleiben wird und auch mehrmals beim von uns gesuchten Derby-Augenblick erwähnt wurde.
Austria fühlt sich im “Happel” wohl
Mit dem Prater-Oval verbindet Violett viele gute Erinnerungen, ganz anders als Grün-Weiß. Der letzte Rapid-Derbysieg im fast 50.000 Zuseher fassenden Stadion (diesmal werden rund 35.000 erwartet) ist bereits fast elf Jahre her, datiert vom 6. Mai 2001, als die Rapidler 2:0 siegen konnten. Seitdem blieb fünf Mal en suite die Austria erfolgreich, dies soll sich auch diesmal nicht ändern. Es wäre der vierte Derby-Auswärtssieg des FAK in Folge, weshalb Liendl, Stankovic & Co. ganz auf das selbst umgeschriebene Motto “Alle guten Dinge sind vier” setzen. Am Rasen sollte es jedenfalls nicht scheitern, denn dieser ist in einem ausgezeichneten Zustand, wie sich Medien und auch Vastic am Donnerstag und Freitag selbst überzeugten.
Anpfiff ist um 18:30 Uhr, Schiedsrichter ist der Tiroler Thomas Einwaller. Nachdem er im Sommer seine Karriere beendet, ist es sein letztes Derby. Sky überträgt live in HD und 3D und schaltet das Spiel nach kostenloser Anmeldung (hier) auch für UPC-Kunden frei. Auch das Viola Pub (Generali-Arena) strahlt das 300. Wiener Derby live aus!
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SK RAPID WIEN – FK AUSTRIA WIENSamstag, 18.02.2012, 18:30 Uhr ; Ernst-Happel-Stadion – SR Einwaller.
SK RAPID WIEN:
Letzte Infos: Peter Schöttel kann aus dem Vollen schöpfen und plant zwei Umstellungen (Trimmel, Prager) gegenüber dem 0:0 in Wiener Neustadt.
Mögliche Aufstellung: Königshofer – Schimpelsberger, Sonnleitner, Pichler, Katzer – Heikkinen, Prager – Trimmel, Hofmann, Drazan – Burgstaller.
FK AUSTRIA WIEN:
Verletzt: P. Grünwald
Letzte Infos: Ivica Vastic lässt sich alles andere als in die Karten blicken und lässt Medien & Fans im Dunklen tappen, was seine Startelf angeht.
Mögliche Aufstellung: Lindner – Klein (Dilaver), Margreitter, Ortlechner, Suttner – Holland, Dilaver (Liendl/Simkovic) – Gorgon, Jun (Stankovic/Tadic), Simkovic (Leovac) – Kienast.
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